BRAUSE UND ASPHALT (2014)

 

BRAUSE UND ASPHALT | Abendbaustelle in Text – Bild – Ton (2014)

 

„Einige Momente lang werden sie noch leuchten, die Fassaden, wie im Zoologischen die Augen der Kinder.“

 

Drei Figuren dreier Geschichten unterwegs in einer Stadt, in der man sich die eigene Formverlorenheit ins Ohr zu nuscheln nicht getraut, die Rauchzeichen nicht zu deuten weiß. Eingebettet in Gezeichnetes und Getöntes, verlaufen die Geschichten an diesem Abend zu Flecken über der Struktur deines Bauarbeiterhemds – mit Abrissbirnenparty und Konzert.

 

„Und noch einige Momente lang werden auch die aufgeschäumten Pflasterfugen glänzen im Frühlingsregen, bevor sie über uns fegen, die Schuttstaubwellen, so dass wir meinen, Brückenköpfe rollen zu sehen wie kantiges, ungeschicktes tumbleweed durch unsere Straßen, und wir meinen, es nun doch mit der Angst zu bekommen, ein wenig vielleicht – noch einige Momente lang also werden sie aufschimmern, doch dann verschütten die Sektgläser die Leute und wir alle zeigen mit Fingern, die Krähen stoßen sich von Bäumen und Dächern, die Muttis schließen die Fenster, des Schalls, des Rauchs, der mühsam erzählten Erbsenlandschaft, des zerfetzten Geflechts da draußen wegen – aber die Stahlträger wiegen lustig im Wind, lecken sich die Sollbruchstellen und alsbald rauschen schon die Autos wieder.“

 

Mit

Michael Kolja Kölling, Valentin Moritz, Saskia Trebing (Text)

Jan Franke (Bild)

Radarfilm (Sound)

Denis Abrahams (Stimme)